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Bauvertrag prüfen 2026: Werkvertrag, Verbraucherbauvertrag und die wichtigsten Fallen

Der Bauvertrag entscheidet über Preis, Termine und Ihre Rechte beim Hausbau. Dieser Ratgeber erklärt Vertragsarten, Pflichtinhalte und typische Kostenfallen 2026. Mit Prüf-Checkliste und Hinweis, wann sich Fachanwalt oder Bauherrenberatung lohnen.

Stand: 19. Juli 2026
Lesezeit: 13 Min.

Der Bauvertrag ist das teuerste Dokument, das die meisten Menschen in ihrem Leben unterschreiben – und zugleich das, dem sie am wenigsten Zeit widmen. Wer 2026 ein Fertighaus baut, bindet sich damit über sechs- bis siebenstellige Beträge, feste Zahlungspläne und Fristen, die nach der Unterschrift kaum noch zu ändern sind. Der Werkvertrag richtet sich in der Schweiz nach dem Obligationenrecht (OR) und wird in der Praxis meist durch die Norm SIA 118 ergänzt, die anerkannte Regeln für Bauarbeiten festhält. Nur wer diese Grundlagen kennt, kann seine Rechte auch einfordern. Dieser Ratgeber zeigt, welche Vertragsart Sie haben, welche Inhalte ein sauberer Werkvertrag enthält, an welchen Stellen Anbieter typischerweise Lücken lassen – und wann sich die unabhängige Prüfung durch eine Fachperson wirklich rechnet.

OR / SIA 118
Rechtsgrundlage
Werkvertrag + Baunorm
10 %
Rückbehalt
üblich bis nach Mängelbehebung
CHF 300–800
Vertragsprüfung
Richtwert Bauberatung/Anwalt

Werkvertrag, Totalunternehmer- oder Generalunternehmervertrag – was gilt für Sie?

Kurzantwort: Bauen Sie als Privatperson mit einer Firma, die Ihr Haus als Ganzes errichtet, schliessen Sie 2026 in der Regel einen Werkvertrag nach OR ab – häufig als General- oder Totalunternehmervertrag. Der Totalunternehmer (TU) übernimmt Planung und Ausführung aus einer Hand, der Generalunternehmer (GU) die Ausführung sämtlicher Gewerke auf Basis einer vorliegenden Planung. Beide Varianten bieten eine einzige Ansprechpartnerin und einen Festpreis. Vergeben Sie die Gewerke einzeln, entstehen viele Einzelwerkverträge mit höherem Koordinationsaufwand.

Das Obligationenrecht kennt den Werkvertrag (Art. 363 ff. OR) als Grundlage jeder Bauleistung: Sie schulden Geld, die Firma ein mangelfreies Werk. Für den Hausbau wird der Werkvertrag in der Praxis fast immer durch die Norm SIA 118 ergänzt, die Ablauf, Abnahme, Fristen und Mängelrechte präzisiert. Ob Sie mit einem Totalunternehmer, einem Generalunternehmer oder mit einzelnen Handwerkern arbeiten, entscheidet über Aufwand, Risiko und Ansprechbarkeit – nicht über die grundsätzliche Rechtsnatur, die stets der Werkvertrag bleibt.

Die Abgrenzung ist keine juristische Spitzfindigkeit, sondern hat harte Konsequenzen für Ihr Geld: Beim Total- oder Generalunternehmervertrag haben Sie eine Partei, die für Termine, Kosten und Mängel geradesteht. Vergeben Sie die Gewerke dagegen einzeln, tragen Sie die Koordination und das Schnittstellenrisiko selbst. Wer den Aufwand scheut, fährt mit einem Total- oder Generalunternehmer und einem sauberen, an SIA 118 orientierten Vertrag meist besser. Wie sich die Bauweisen preislich unterscheiden, zeigt der Überblick zu den Hausbau-Kosten.

Vertragsarten beim Hausbau 2026 — was für Sie gilt

MerkmalEinzelwerkverträgeGeneralunternehmer (GU)Totalunternehmer (TU)
Typischer FallGewerke einzeln vergebenAusführung aus einer HandPlanung + Ausführung
Planung inbegriffenseparat / Architekt:innein (bauseits geplant)ja
Ein:e Ansprechpartner:inneinjaja
Festpreis üblichje Gewerkjaja
Koordinationsrisikobei Ihnenbeim GUbeim TU
GrundlageOR / SIA 118OR / SIA 118OR / SIA 118

So erkennen Sie Ihren Vertragstyp

Steht im Kopf des Vertrags „Totalunternehmervertrag“ oder „Generalunternehmervertrag“, ist die Einordnung klar. Fehlt der Hinweis, kommt es auf den Inhalt an: Übernimmt eine Firma den kompletten Bau einschliesslich Planung, ist es faktisch ein Totalunternehmervertrag – unabhängig von der Überschrift. Prüfen Sie insbesondere, ob die Norm SIA 118 ausdrücklich als Vertragsbestandteil vereinbart ist; sie stärkt Ihre Position bei Abnahme und Mängelrechten spürbar.

Kerninhalte: Was in einem sauberen Werkvertrag stehen muss

Kurzantwort: Ein sauberer Werkvertrag enthält 2026 eine detaillierte Bau- und Leistungsbeschreibung, einen verbindlichen Fertigstellungstermin (oder die Bauzeitdauer), einen Zahlungsplan nach Baufortschritt, einen angemessenen Rückbehalt bis nach der Mängelbehebung sowie den Verweis auf die Norm SIA 118. Zusätzlich schuldet der Unternehmer die Herausgabe der Planungsunterlagen, die Sie etwa fürs Baugesuch oder für die Bank benötigen. Fehlen diese Angaben, geht das im Streit zu Lasten des Anbieters.

Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist das Herzstück – sie muss die wesentlichen Eigenschaften des Hauses klar und verständlich darstellen. Dazu gehören Art und Umfang der Leistungen, Gebäudedaten, die Baukonstruktion aller wesentlichen Gewerke, die Innenausbau- und Haustechnik-Standards, der Energiestandard (Minergie bzw. MuKEn/GEAK) sowie die sanitären Anlagen. Vage Formulierungen wie „hochwertige Markenprodukte“ ohne konkrete Fabrikate, Mengen oder Qualitätsstufen sind ein Warnzeichen: Was nicht präzise beschrieben ist, wird im Zweifel in der günstigsten zulässigen Ausführung geliefert.

Der Zahlungsplan und der Rückbehalt

Ein sauberer Zahlungsplan folgt dem Baufortschritt und sieht einen Rückbehalt vor: Üblich ist, dass ein Teil der Schlusszahlung – häufig rund 10 Prozent der Vergütung – erst nach der Abnahme und der Behebung allfälliger Mängel fällig wird. Das schützt Sie davor, ein fast fertiges Haus schon vollständig bezahlt zu haben, wenn Verzug, Mängel oder die Insolvenz des Anbieters eintreten. Zusätzlich können Sicherheiten wie eine Bank- oder Versicherungsgarantie vereinbart werden, die die vertragsgemässe Fertigstellung absichern.

Beispielhafter Zahlungsplan nach Baufortschritt (Richtwerte 2026)

BaufortschrittÜbliche RateKumuliert
Vertragsabschluss / Baustart5–10 %bis 10 %
Bodenplatte / Keller fertig10–15 %bis 25 %
Rohbau / Montage aufgestellt20–25 %bis 50 %
Dach dicht, Fenster gesetzt10–15 %bis 65 %
Innenausbau / Haustechnik15–20 %bis 85 %
Bezugsbereit (vor Abnahme)bis 5 %bis 90 %
Nach mangelfreier Abnahme (Rückbehalt)rund 10 %100 %

Ein sauberer Zahlungsplan orientiert sich an tatsächlich erbrachten Bauleistungen, nicht an starren Kalenderterminen. Verlangt ein Vertrag hohe Vorauszahlungen, bevor überhaupt gebaut wird, oder fehlt ein angemessener Rückbehalt bis nach der Mängelbehebung, ist das ein deutliches Signal, den Vertrag genauer prüfen zu lassen. Wie sich der Ablauf der Abnahme rechtlich auswirkt, lesen Sie im Ratgeber Bauabnahme & Gewährleistung.

0 %
max. Zahlungen vor Abnahme
0 %
Rückbehalt bis Mängelbehebung
0 Jahre
Rügefrist Mängel (SIA 118)

Bedenkzeit statt Widerrufsrecht: den Abschluss richtig timen

Kurzantwort: Anders als in einigen Nachbarländern kennt das Schweizer Recht beim Werkvertrag kein allgemeines gesetzliches Widerrufsrecht. Umso wichtiger ist, dass Sie sich vor der Unterschrift genügend Zeit nehmen: Lassen Sie den Vertrag samt Bau- und Leistungsbeschreibung prüfen, bevor Sie ihn zeichnen. Wer unter dem Druck eines Verkaufsgesprächs unterschreibt, ist grundsätzlich gebunden. Vereinbaren Sie deshalb ausdrücklich eine Bedenkfrist oder unterschreiben Sie erst nach abgeschlossener Prüfung.

Ohne gesetzliches Widerrufsrecht ist die sorgfältige Prüfung vor der Unterschrift Ihr wichtigstes Sicherheitsventil. Nutzen Sie die Zeit, um den Vertrag durch eine unabhängige Bauberatung oder eine auf Baurecht spezialisierte Anwältin prüfen zu lassen. Wichtig: Der Werkvertrag mit dem Unternehmer ist vom öffentlich beurkundeten Landkaufvertrag zu trennen, der eigenen Regeln folgt. Werten die Steuerbehörden Landkauf und Werkvertrag als wirtschaftliche Einheit, kann dies zudem die Handänderungssteuer beeinflussen.

Vorsicht bei Reservierungs- und Vorverträgen

Manche Anbieter lassen frühzeitig einen „Reservierungsvertrag“ oder eine „Planungsvereinbarung“ gegen Gebühr unterschreiben. Solche Konstruktionen können Kosten verursachen, ohne dass eine echte Leistung dahintersteht. Unterschreiben Sie nichts Kostenpflichtiges, bevor der eigentliche Werkvertrag samt Bau- und Leistungsbeschreibung geprüft ist – und lassen Sie sich zusagen, dass gezahlte Beträge auf den Werkvertrag angerechnet werden.

Vor der Unterschrift: Angebote sauber vergleichen

Bevor Sie einen Werkvertrag prüfen, sollten mehrere vollständige Angebote mit klarer Bau- und Leistungsbeschreibung vorliegen. Nennen Sie uns Ihr Vorhaben – wir leiten Ihre Anfrage an passende Firmen aus unserer Anbieter-Auswahl weiter. Kostenlos und unverbindlich.

Typische Fallen im Werkvertrag – und woran Sie sie erkennen

Kurzantwort: Die häufigsten Kostenfallen 2026 sind Lücken im Pauschalpreis („Bodenplatte nach Aufwand“, Erdarbeiten oder Hausanschlüsse nicht enthalten), das Fehlen einer verbindlichen Bauzeit mit Verzugsregelung, einseitige Preisanpassungsklauseln sowie unklare oder überzogene Konventionalstrafen. Jede dieser Stellen kann den Endpreis um fünfstellige Beträge verschieben oder Ihre Rechte bei Verzug entwerten.

Besonders tückisch ist die Pauschalpreis-Lücke: Der Prospekt wirbt mit einem attraktiven Festpreis, doch im Kleingedruckten stehen Positionen als „bauseits“ oder „nicht im Lieferumfang“. Klassiker sind Erdarbeiten und Aushub, Bodenplatte oder Keller, Hausanschlüsse, die Baustelleninstallation, das Baugrundgutachten, der Umschwung, Malerarbeiten und Bodenbeläge. Was als günstiger Startpreis erscheint, wächst durch solche Nachträge schnell um 15 bis 30 Prozent. Verlangen Sie deshalb einen Vergleich auf Basis gleicher Leistungen – nur dann sind zwei Angebote überhaupt vergleichbar.

Ebenso wichtig ist eine belastbare Bauzeitregelung. Fehlt ein verbindlicher Fertigstellungstermin, tragen Sie das Risiko doppelter Kosten aus Miete und Hypothekarzinsen bei Verzug. Ein guter Vertrag nennt entweder ein festes Datum oder eine feste Bauzeit ab einem klar definierten Startereignis und regelt, was bei Überschreitung passiert. Wie realistisch die Zeitangaben sind, ordnet der Ratgeber Bauzeit Fertighaus ein.

Konventionalstrafen und Preisgleitklauseln

Konventionalstrafen für Bauzeitüberschreitung sind grundsätzlich zulässig, müssen aber verhältnismässig sein – üblich sind Richtwerte je Verzugstag, gedeckelt bei einem Prozentsatz der Gesamtsumme. Fehlt eine solche Klausel ganz, haben Sie im Verzugsfall nur den mühsameren Weg über den konkreten Schadensnachweis. Umgekehrt sind einseitige Preisgleitklauseln, die dem Anbieter beliebige Nachforderungen für Material- oder Lohnkosten erlauben, kritisch: Ein echter Festpreis sollte den Preis für einen definierten Zeitraum – häufig zwölf Monate ab Vertragsschluss – garantieren.

Warnsignale im Werkvertrag 2026 — schnell erkennen

WarnsignalWas dahinterstecktIhr Risiko
„Bodenplatte nach Aufwand“keine kalkulierbare Positionoffene Nachträge
Kein FertigstellungsterminBauzeit unverbindlichVerzug ohne Folgen für Firma
Kein Rückbehalt vereinbartZahlung vor Mängelbehebungkein Druckmittel bei Mängeln
„hochwertig / marktüblich“keine konkreten Fabrikategünstigste Ausführung
Einseitige Preisanpassungkeine echte FestpreisgarantieNachforderungen möglich
Konventionalstrafe fehltkein Schutz bei VerzugSchaden schwer durchsetzbar

Bau- und Leistungsbeschreibung prüfen: der Detailteufel steckt im Standard

Kurzantwort: Die Bau- und Leistungsbeschreibung entscheidet über den tatsächlichen Wert Ihres Hauses. Prüfen Sie 2026 vor allem den Energiestandard, die Dämmwerte, die Haustechnik (Heizsystem, Komfortlüftung), die Anzahl und Position von Steckdosen sowie die sanitäre Ausstattung mit konkreten Fabrikaten und Mengen. Alles, was nur allgemein umschrieben ist, sollten Sie vor der Unterschrift präzisieren lassen – nachträgliche Wünsche kosten regelmässig deutlich mehr.

Achten Sie besonders auf Mengengerüste: Wie viele Steckdosen, Schalter und Lichtauslässe je Raum sind enthalten? Welche Plattenpreise sind pro Quadratmeter angesetzt, und ab welchem Wert zahlen Sie drauf? Ist die Wärmepumpe inklusive Erschliessung und Pufferspeicher kalkuliert? Ist eine Photovoltaik-Anlage enthalten, wenn der Kanton sie fordert? Solche Details sind keine Nebensache – sie machen zusammengerechnet oft den Unterschied zwischen einem realistischen und einem geschönten Angebot aus. Die Frage, ob ein Keller sinnvoll und wie er kalkuliert ist, behandelt der Ratgeber Fertighaus mit Keller.

Prüfen Sie ausserdem, ob die Bau- und Leistungsbeschreibung zu den Anforderungen Ihrer Baubewilligung passt. Vorgaben aus der kommunalen Bau- und Nutzungsordnung zu Dachform, Höhen oder Solarpflicht müssen sich im vereinbarten Leistungsumfang wiederfinden. Was hier fehlt, wird später als kostenpflichtiger Nachtrag nachgeholt. Hintergründe dazu liefern die Ratgeber zum Grundstück bewerten und zur Baubewilligung fürs Fertighaus.

Sicherheiten, Garantien und Insolvenzschutz

Kurzantwort: Zum Schutz Ihrer Vorleistungen empfiehlt sich eine Fertigstellungs- oder Anzahlungsgarantie des Unternehmers – etwa als Bank- oder Versicherungsgarantie. Sie schützt Sie, wenn die Firma nicht rechtzeitig oder mangelfrei fertigstellt. Umgekehrt kann der Unternehmer für seine Vergütung ein gesetzliches Bauhandwerkerpfandrecht geltend machen. Klären Sie 2026 früh, welche Sicherheiten der Vertrag vorsieht und wer sie stellt.

Ein angemessener Rückbehalt und eine Fertigstellungsgarantie sind die beiden wichtigsten Schutzmechanismen gegen einen der grössten Albträume beim Hausbau: die Insolvenz des Bauunternehmens mit halb fertigem Rohbau. Wenn nicht mehr als nötig vorausgezahlt und ein Teil besichert ist, bleibt Ihnen finanzieller Spielraum, um mit einer anderen Firma weiterzubauen. Prüfen Sie deshalb, ob die Garantie von einer Bank oder einem Versicherer stammt und ob sie unwiderruflich formuliert ist. Beachten Sie zudem das Bauhandwerkerpfandrecht: Bezahlen Sie den Generalunternehmer, während dieser Subunternehmer nicht bezahlt, können diese unter Umständen ein Pfandrecht auf Ihre Liegenschaft eintragen lassen.

  • Eine Fertigstellungs- oder Anzahlungsgarantie ist im Vertrag ausdrücklich vereinbart.
  • Die Garantie wird vor oder mit der ersten Zahlung übergeben.
  • Aussteller der Garantie ist eine Bank oder ein Versicherer.
  • Ein Rückbehalt von rund 10 % bis nach der Mängelbehebung ist vereinbart.
  • Für Sonderwünsche und Nachträge ist ein schriftliches Verfahren geregelt.
  • Das Bauhandwerkerpfandrecht-Risiko ist bedacht (Zahlungsnachweise der Subunternehmer).

Prüf-Checkliste: 12 Punkte vor der Unterschrift

Kurzantwort: Bevor Sie 2026 einen Werkvertrag unterschreiben, sollten diese Punkte geklärt sein: Vertragsart korrekt eingeordnet, Bau- und Leistungsbeschreibung vollständig und konkret, verbindlicher Termin vereinbart, Zahlungsplan nach Baufortschritt mit Rückbehalt, Norm SIA 118 als Vertragsbestandteil, Sicherheiten geregelt, Festpreisgarantie mit Laufzeit, Konventionalstrafe für Verzug, Nachtragsverfahren definiert, Baugrundgutachten berücksichtigt, Versicherungen geklärt und der Vertrag unabhängig geprüft.

  • Die Vertragsart ist eindeutig – idealerweise Total- oder Generalunternehmervertrag nach OR.
  • Die Norm SIA 118 ist ausdrücklich als Vertragsbestandteil vereinbart.
  • Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist vollständig, mit konkreten Fabrikaten, Mengen und Standards.
  • Ein verbindlicher Fertigstellungstermin oder eine feste Bauzeit ab Startereignis ist genannt.
  • Der Zahlungsplan folgt dem Baufortschritt und sieht einen Rückbehalt bis nach der Mängelbehebung vor.
  • Eine Fertigstellungs- oder Anzahlungsgarantie ist vereinbart und durch Bank/Versicherer belegt.
  • Der Festpreis gilt für einen definierten Zeitraum (z. B. 12 Monate ab Vertragsschluss).
  • Eine verhältnismässige Konventionalstrafe für Bauzeitüberschreitung ist geregelt.
  • Sonderwünsche und Nachträge folgen einem schriftlichen, preistransparenten Verfahren.
  • Bodenplatte, Erdarbeiten und Hausanschlüsse sind klar zugeordnet – nicht „bauseits“ offen.
  • Bauwesen-, Bauherrenhaftpflicht- und Gebäudeversicherung sind geregelt.
  • Der Vertrag wurde vor der Unterschrift unabhängig geprüft (Anwalt / Bauberatung).

Wann sich Anwalt oder Bauberatung wirklich lohnt

Kurzantwort: Eine unabhängige Vertragsprüfung durch eine Bauberatung oder eine auf Baurecht spezialisierte Anwältin kostet 2026 je nach Umfang rund CHF 300 bis 800 für die Ersteinschätzung eines Vertrags. Gemessen an einer Bausumme im sechsstelligen Bereich ist das eine der günstigsten Absicherungen überhaupt. Lohnenswert ist die Prüfung praktisch immer, besonders bei hohen Vorauszahlungen, unklarer Leistungsbeschreibung oder einseitigen Klauseln.

Wer prüfen sollte, hängt vom Anliegen ab. Unabhängige Bauberatungen und Konsumentenorganisationen prüfen Verträge und Leistungsbeschreibungen oft zu festen Pauschalen und geben technische wie kaufmännische Hinweise. Eine auf Bau- und Immobilienrecht spezialisierte Anwältin ist die richtige Adresse, wenn es um komplexe Klauseln, ungewöhnliche Konstruktionen oder bereits absehbaren Streit geht. Für die rein technische Bewertung der Leistungsbeschreibung kann zusätzlich eine Bauexpertin sinnvoll sein.

Vertragsprüfung 2026 — wer prüft was zu welchem Richtpreis

AnlaufstellePrüft vor allemRichtpreis
Bauberatung / KonsumentenorganisationVertrag + Leistungsbeschreibungca. CHF 250–500
Anwält:in Bau- und ImmobilienrechtKlauseln, Haftung, Streitfälleca. CHF 300–800 Ersteinschätzung
Bauexpert:in / Sachverständige:rtechnischer Leistungsumfangca. CHF 500–1'000

Rechnen Sie die Kosten der Prüfung gegen das Risiko: Eine einzige übersehene Pauschalpreis-Lücke oder ein fehlender Termin kann fünfstellige Mehrkosten oder monatelangen Ärger bedeuten. Die CHF 300 bis 800 für eine fundierte Ersteinschätzung sind daher weniger Ausgabe als Versicherung. Planen Sie die Prüfung fest in Ihren Zeitplan ein – und unterschreiben Sie erst, wenn sie abgeschlossen ist.

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Häufige Fragen zum Thema

Die häufigsten Preisfragen rund um Bauvertrag prüfen 2026 – kompakt beantwortet von der Redaktion von 1fertighaus.ch (Stand 2026).

Was ist der Unterschied zwischen Werkvertrag und SIA-Norm 118?
Der Werkvertrag nach Art. 363 ff. Obligationenrecht (OR) ist die gesetzliche Grundlage jeder Bauleistung in der Schweiz. Häufig wird ergänzend die SIA-Norm 118 vereinbart, die Ausführung, Abnahme und Mängelrechte praxisnah regelt. Für private Bauherrschaften ist entscheidend, dass der Vertrag eine detaillierte Bau- und Leistungsbeschreibung, einen verbindlichen Fertigstellungstermin, einen Zahlungsplan nach Baufortschritt und einen angemessenen Rückbehalt bis zur Abnahme enthält. Beim schlüsselfertigen Fertighaus ist die SIA-Norm 118 der übliche Standard.
Welche Inhalte sollte ein Werkvertrag für ein Fertighaus 2026 enthalten?
Ein solider Werkvertrag enthält eine ausführliche Bau- und Leistungsbeschreibung, einen verbindlichen Fertigstellungstermin oder eine feste Bauzeit, einen Zahlungsplan nach Baufortschritt sowie klare Regelungen zu Nachträgen, Verzug und Konventionalstrafe. Empfehlenswert sind ein angemessener Rückbehalt bis zur Abnahme, eine Garantieleistung (Bank- oder Versicherungsgarantie) und die Herausgabe der Planungsunterlagen. Fehlen zentrale Punkte, geht das im Streitfall meist zulasten der Bauherrschaft – deshalb lohnt eine Prüfung vor der Unterschrift.
Warum sollte ein Rückbehalt bis zur Abnahme vereinbart werden?
In der Praxis empfiehlt sich, die Zahlungen so zu staffeln, dass ein spürbarer Teil der Vergütung erst mit der mängelfreien Abnahme fällig wird – üblich sind rund zehn Prozent. Dieser Rückbehalt schützt Sie davor, ein nahezu fertiges Haus schon vollständig bezahlt zu haben, etwa bei Verzug oder Konkurs der Firma. Zusätzlich sichert die SIA-Norm 118 einen Garantierückbehalt bzw. eine Garantieleistung ab, die auch nach der Abnahme für Mängel haftet. Zahlungen streng nach nachgewiesenem Baufortschritt sind der beste Schutz.
Wann lohnt sich eine professionelle Prüfung des Bauvertrags?
Eine Prüfung durch eine Bauherrenberatung oder eine auf Baurecht spezialisierte Anwältin kostet 2026 rund CHF 350 bis 900 für eine Ersteinschätzung. Gemessen an einer sechsstelligen Bausumme ist das eine der günstigsten Absicherungen. Lohnenswert ist sie praktisch immer, besonders bei hohen Vorauszahlungen, unklarer Leistungsbeschreibung oder einseitigen Klauseln. Idealerweise erfolgt die Prüfung vor der Unterschrift, damit Sie kritische Punkte noch verhandeln können.
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