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Fertighaus modernisieren: Sanierungskosten für Bestand 1970–1995

Über 600.000 Fertighäuser aus den 1970er- und 1980er-Jahren stehen 2026 vor der Sanierung. Wir beziffern die typischen Schwachstellen alter Holzfertighäuser, drei Sanierungspakete mit realistischen Kosten von 35.000 bis CHF 310'000, das Kostenrisiko durch Pentachlorphenol/Lindan und wie viel das Gebäudeprogramm- und das Förderprogramme davon zurückholen.

Stand: 02. Mai 2026
Lesezeit: 23 Min
Bestehendes Fertighaus mit neuer Fassadendämmung während der energetischen Sanierung
Energetische Gesamtsanierung: CHF 120'000 bis 220'000, teils kantonal gefördert.

Zehntausende Fertighäuser aus den 1970er- und 1980er-Jahren erreichen 2026 in der Schweiz den Punkt, an dem sich die Frage nach den Sanierungskosten nicht länger aufschieben lässt: Was kostet es, eine durchlässige Gebäudehülle nachzurüsten, welche Preise fallen für die Beseitigung alter Holzschutzmittel (Pentachlorphenol, Lindan), von Asbest-Eternitplatten oder Blei-Trinkwasserleitungen an? Dieser Ratgeber rechnet die typischen Kostenblöcke durch, stellt drei Sanierungsbudgets zwischen CHF 55'000 und 280'000 gegenüber und zeigt, wie stark das Gebäudeprogramm und kantonale Beiträge den Eigenanteil senken.

1970–95
Fertighäuser dieser Jahre
Sanierungsstau im Bestand
CHF 55–280 k
Sanierungspakete
von Basis bis Voll-Modernisierung
GEAK Plus
Grundlage der Förderung
Gebäudeprogramm 2026

Warum werden Fertighäuser 2026 zum Kostenfaktor bei der Sanierung?

Kurzantwort: In den Boomjahren zwischen 1970 und 1990 wurde günstig gebaut: mit den damals erlaubten Holzschutzmitteln (PCP, Lindan), dampfdichten Folien und sparsamen Dämmstärken. Vier bis fünf Jahrzehnte später schlagen die Folgekosten durch – Feuchte in den Wandaufbauten, undichte Fugen, durchgetretene Böden, in sich zusammengefallene Dachdämmung und veraltete Heiztechnik. Das Tragwerk selbst ist bei gepflegten Häusern meist noch belastbar, doch Hülle und Anlagentechnik verursachen den eigentlichen Sanierungsaufwand.

Drei Preistreiber machen die Sanierung 2026 zum Thema: Zum einen zwingen die kantonalen Energievorschriften (MuKEn) beim Heizungsersatz immer mehr Eigentümer zum Handeln (Details im MuKEn-Ratgeber), zum anderen belasten die hohen Heiz- und Stromkosten sowie die steigende CO₂-Abgabe das monatliche Budget spürbar. Hinzu kommt, dass viele dieser Häuser gerade an eine neue Eigentümergeneration übergehen, die kühl kalkuliert, ob sich das eingesetzte Kapital rechnet. Preislich reicht die Spanne vom CHF-55'000-Energiepaket bis zur CHF-280'000-Generalsanierung – prüfen Sie darum jede Position auf ihren Kosten-Nutzen-Wert.

Kostenrelevante Schwachstellen alter Fertighäuser im Überblick

Kurzantwort: Diese neun Posten treiben die Sanierungskosten 2026 am stärksten: belastete Innenwände durch Holzschutzmittel (PCP/Lindan), Asbest-Eternit an Fassade oder Dach, alte Mineralfaserdämmung (vor 1996), eine kaum gedämmte Aussenwand (U-Wert 0,5–0,7 W/(m²·K)), einfach verglaste Fenster, Asbest-Bodenplatten oder Cushion-Vinyl, eine überalterte Elektroinstallation (kein FI, alte Leitungen), Blei-Trinkwasserleitungen sowie ein Öl- oder Gaskessel mit konstanter Vorlauftemperatur. Jeder dieser Punkte schlägt mit einem eigenen Kostenblock zu Buche.

Kostenrelevante Schwachstellen im Fertighaus 1970–1995

BauteilHäufiges ProblemSanierungsdringlichkeit
AussenwandU-Wert 0,5–0,7 W/(m²·K), nicht diffusionsoffenhoch (energetisch)
Dach / DGDämmung 80–120 mm, oft alte Mineralfasersehr hoch (Schadstoff)
FensterDoppelverglasung Ug 2,8 W/(m²·K)hoch
FassadeAsbest-Eternit, abgewittertsehr hoch (Schadstoff)
Innenwände HolzPCP-/Lindan-belastetprüfen!
BodenbelägeCushion-Vinyl, Asbest-Plattenprüfen!
TrinkwasserBleirohre möglich (Häuser vor 1973)sehr hoch
Elektrikkein FI-Schutz, ungeerdete Steckdosenhoch (Sicherheit)
HeizungÖl- oder Gaskessel, hohe Vorlauftemperatursehr hoch (MuKEn)
LüftungFensterlüftung, Schimmelrisiko nach SanierungKonzept nötig

Verdacht auf Holzschutzmittel: PCP und Lindan

Noch bis in die 1980er-Jahre galten Holzschutzmittel wie Pentachlorphenol und Lindan als Stand der Technik – heute stufen Fachleute sie als gesundheitsschädlich ein. Ein Verdacht ist begründet, sobald offene Holzbalken im Wohnraum sichtbar sind, sich gelbliche Verfärbungen zeigen oder ein typischer Geruch auffällt. Gewissheit bringt eine Material- und Holzfeuchteprobe im Labor für CHF 150 bis 400. Fällt der Nachweis positiv aus, wird es teuer: Von der Versiegelung mit Sperrgrund bis zum Austausch kompletter Wände reicht die Bandbreite der Massnahmen und Kosten.

Bestandsaufnahme: Womit die Kostenplanung 2026 beginnt

Kurzantwort: Bevor Sie ein Sanierungsbudget festlegen, gehören diese fünf Schritte in die Kalkulation 2026: ein Termin mit einer GEAK-Expertin oder einem GEAK-Experten inklusive Gebäudeanalyse, eine Schadstoffuntersuchung bei Verdacht (Mineralfaser, Asbest, PCP, Blei), eine statische Prüfung bei sichtbaren Schäden, eine Thermografie im Winter sowie eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door). Zusammen kosten diese Vorleistungen meist CHF 2'500 bis 6'500 – ein Betrag, der sich durch eine treffsichere Kostenplanung und eine förderoptimierte Reihenfolge der Gewerke mehrfach amortisiert.

  • Eine Gebäudeanalyse durch eine akkreditierte GEAK-Expertin beauftragen (über das Gebäudeprogramm förderfähig, senkt den Nettopreis).
  • Einen GEAK Plus mit Sanierungsfahrplan erstellen lassen — er ist Voraussetzung für erhöhte Beiträge und damit bare Ersparnis.
  • Bei Verdacht eine Schadstoffuntersuchung: Mineralfaser, Asbest, PCP, Lindan, Blei, Schimmel — sie beziffert versteckte Kostenrisiken.
  • Eine Thermografie, um teure Wärmebrücken und undichte Stellen frühzeitig aufzuspüren.
  • Einen Blower-Door-Test (Luftdichtheitsmessung), um den Sanierungsumfang der Hülle preislich einzugrenzen.
  • Eine statische Beurteilung bei Setzungs- oder Rissrisiko, vor allem im Erdgeschoss, um Nachtragskosten zu vermeiden.

Drei Sanierungsbudgets: Basis, Komfort, Voll-Modernisierung

Kurzantwort: Für ein typisches 130-m²-Fertighaus aus den 1980er-Jahren lassen sich die Kosten 2026 in drei Budgets fassen: das Basis-Energiepaket zwischen CHF 55'000 und 85'000 (Heizung, Dachdämmung, Fenster), die Komfort-Sanierung zwischen CHF 100'000 und 170'000 (zusätzlich Aussendämmung, Lüftung, neue Bäder) sowie die Voll-Modernisierung zwischen CHF 200'000 und 280'000 (komplette Hülle, Innenausbau, neue Elektrik, Smart Home). Die Beiträge aus dem Gebäudeprogramm und kantonale Zusätze reduzieren den Eigenanteil spürbar – erst nach Abzug der Förderung ergibt sich der Betrag, den Sie tatsächlich finanzieren.

≈ CHF 0 k
Basis-Paket nach Förderung
≈ CHF 0 k
Komfort-Paket nach Förderung
≈ CHF 0 k
Voll-Modernisierung nach Förderung

Budget 1 — Basis-Energie CHF 55'000–85'000

  • Heizung tauschen: Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe (CHF 30'000–55'000).
  • Dach dämmen mit Aufsparrendämmung, 200 mm Mineralwolle (CHF 14'000–24'000).
  • Fenster tauschen, 3-fach-Verglasung Ug 0,7 (CHF 14'000–28'000).
  • Hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher, Warmwasser-Modul (CHF 2'500–5'000).
  • Gesuch ans Gebäudeprogramm über eine GEAK-Expertin (Honorar teils förderfähig).

Budget 2 — Komfort CHF 100'000–170'000

  • Alle Positionen aus Budget 1.
  • Aussendämmung (Kompaktfassade) mit 18–24 cm EPS oder Mineralwolle (CHF 45'000–80'000).
  • Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung (CHF 14'000–24'000).
  • Bad-Sanierung auf 8–12 m² (CHF 20'000–38'000).
  • PV-Anlage mit 8 kWp plus 8 kWh Speicher (CHF 25'000–34'000).

Budget 3 — Voll-Modernisierung CHF 200'000–280'000

  • Alle Positionen aus Budget 2.
  • Neue Aussentüren mit Einbruchschutz RC2 (CHF 6'000–9'000).
  • Trockenbau und Innenverputz erneuern (CHF 20'000–38'000).
  • Bodenbeläge komplett neu (Vinyl/Parkett) (CHF 18'000–32'000).
  • Elektrik komplett erneuern mit FI und Smart-Home-Vorbereitung (CHF 24'000–42'000).
  • Sanitär und Blei-Trinkwasserleitungen erneuern (CHF 10'000–20'000).
  • Innenausbau: Treppe, Türen, Küchen-Elektro (CHF 20'000–42'000).

Sanierungskosten als Festpreis inklusive Förderabwicklung

Mehrere Firmen aus unserem Netzwerk kalkulieren spezialisierte Sanierungsprogramme für Bestands-Fertighäuser zum Festpreis. Wir vermitteln Ihnen drei passende Anbieter samt Gesuch ans Gebäudeprogramm und Bauleitung – so kennen Sie Ihren Preis, bevor der erste Handwerker anrückt.

Förderung 2026: So senken Beiträge und Hypothek Ihre Kosten

Kurzantwort: Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen zahlt 2026 Beiträge für Wärmedämmung, Heizungsersatz und Gesamtsanierungen und drückt damit den Nettopreis erheblich. Für den Ersatz einer fossilen Heizung durch eine Wärmepumpe, einen Fernwärme-Anschluss oder eine Holzheizung gibt es Pauschalbeiträge, die mit der Leistung steigen; für die Wärmedämmung wird pro Quadratmeter Bauteilfläche gefördert. Eine Gesamtsanierung auf Basis eines GEAK Plus wird in vielen Kantonen mit erhöhten Beiträgen belohnt. Zahlreiche Gemeinden und Energieversorger legen eigene Zusatzbeiträge obendrauf. Was danach an Kosten übrig bleibt, finanzieren Sie – bei genügend Tragbarkeit und Belehnung – über eine Aufstockung der Hypothek oder einen Renovationskredit.

Förderung 2026 — typische Bausteine (kantonal unterschiedlich)

MassnahmeFörderartVoraussetzung
Wärmepumpe (Ersatz fossil)Pauschale je LeistungErsatz Öl-/Gasheizung
Fernwärme-AnschlussPauschalbeitragErsatz fossil
PelletheizungPauschalbeitragErsatz fossil
Aussendämmung / Dach / FensterBeitrag je m² BauteilMindest-U-Wert erreicht
Gesamtsanierungerhöhter BeitragGEAK Plus vorhanden
SteuerabzugReduktion Einkommenssteuerenergetische/werterhaltende Massnahme

Entscheidend für die Ersparnis: Das Gesuch muss VOR Baubeginn eingereicht und die Zusicherung abgewartet sein. Wer erst beauftragt und danach das Gesuch stellt, zahlt den vollen Preis ohne Beitrag. Die Anträge laufen kantonal – meist online über die kantonale Energiefachstelle beziehungsweise das Portal des Gebäudeprogramms. Die GEAK-Expertin liefert die nötigen Nachweise. Wie sich die Förderprogramme für Neubau und Sanierung preislich unterscheiden, lesen Sie im Förder-Ratgeber 2026.

Sanierungsreihenfolge: Welche Abfolge die Gesamtkosten senkt

Kurzantwort: Kostenoptimal ist 2026 die Reihenfolge Hülle vor Heizung. Wer zuerst die Wärmepumpe montiert und erst danach dämmt, kauft eine überdimensionierte Anlage – teurer in der Anschaffung und im Betrieb. Ist der Heizungsersatz unumgänglich (defekter Kessel, MuKEn-Vorgabe), planen Sie die spätere Dämmung wenigstens rechnerisch mit und legen die Wärmepumpe auf den künftigen, nicht den aktuellen Wärmebedarf aus – das spart bei Kauf und Stromrechnung.

In der Praxis geben oft andere Faktoren die Reihenfolge vor: die Förderlogik, die Materialverfügbarkeit, das verfügbare Budget, mögliche Eigenleistung und die Witterung. Kostenseitig ideal ist diese Abfolge:

  • 1. GEAK Plus mit Sanierungsfahrplan — Voraussetzung für erhöhte Beiträge und bares Geld.
  • 2. Schadstoffsanierung (Mineralfaser, Asbest, PCP) — falls nötig, immer zuerst, sonst steigen die Folgekosten.
  • 3. Dämmung von Dach und Aussenwand — hier ist die Einsparung pro investiertem Franken am höchsten.
  • 4. Fenster tauschen — parallel zur Dämmung, um doppelte Gerüst- und Anschlusskosten zu sparen.
  • 5. Komfortlüftung — nach der Hüllendämmung nötig, um teure Schimmelschäden zu vermeiden.
  • 6. Heizung ersetzen — jetzt korrekt und damit günstiger auf den gedämmten Bestand dimensioniert.
  • 7. Photovoltaik plus Speicher — zuletzt, als Ergänzung zur Wärmepumpe mit eigenem Kosten-Nutzen-Profil.
  • 8. Smart Home plus Energiemanagement — verknüpft alle Komponenten und hebt zusätzliche Einsparungen.

Kosten-Nutzen: Ab wann sich die Sanierung rechnerisch lohnt

Kurzantwort: Rechnerisch lohnt sich eine Sanierung 2026, sobald die jährliche Heizkostenersparnis höher ausfällt als die Kapitalkosten der dafür aufgenommenen Hypothek – bei geförderten Massnahmen ist das eher gegeben, weil ein erheblicher Teil der Kosten über das Gebäudeprogramm gedeckt wird. Ein Rechenbeispiel: Voll-Modernisierung für CHF 250'000 brutto, davon CHF 60'000 Förderbeiträge und Steuerersparnis; finanziert werden CHF 190'000 zu 2,5 % Hypothekarzins. Die Heizkostenersparnis von CHF 2'500 bis 4'500 pro Jahr deckt einen erheblichen Teil der Zinskosten. Nicht in Franken messbar, aber wertvoll: mehr Komfort, eine bessere CO₂-Bilanz und ein höherer Wohnwert.

Ebenfalls in die Preisrechnung gehört die Wertsteigerung: Ein modernisiertes Fertighaus aus den 80er-Jahren erzielt 2026 in der Regel einen um 15 bis 25 Prozent höheren Marktwert als ein vergleichbares unsaniertes Objekt. Wer ohnehin im Haus bleibt, verbucht Komfort und CO₂-Vorteile als Zugabe. Wer in 5 bis 10 Jahren verkaufen will, stellt die Wertsteigerung den Sanierungskosten gegenüber – unterm Strich fällt die Bilanz häufig knapp positiv aus.

Alternative Abriss und Neubau: Wann der Neubau günstiger ist

Kurzantwort: Rückbau und Neubau rechnen sich preislich 2026, wenn die Substanz schwer geschädigt ist (Pilzbefall im Tragwerk, Setzungen, starke Schadstofflast), die Sanierungskosten über 70 Prozent der Neubaukosten erreichen oder sich das Grundstück deutlich besser bebauen liesse (mehr Wohnfläche, günstigere Ausrichtung). Der Rückbau kostet CHF 40'000 bis 90'000 inklusive Schadstoffentsorgung, danach folgt der Neubau eines Minergie-Hauses. Ein Kostenvorteil: Die Handänderungssteuer und die Erschliessung fallen kein zweites Mal an, weil das Grundstück erhalten bleibt.

Wer den Neubau erwägt, sollte parallel eine Bauexpertin für die Bestandsbewertung und eine GEAK-Expertin für den Sanierungsfahrplan beauftragen – nur so wird die Preisgegenüberstellung belastbar. Wie sich ein MuKEn-konformer Neubau kalkuliert, erklärt der MuKEn-Ratgeber. Die Anbieter aus unserem Detailvergleich liefern Festpreise auch für Rückbau-Neubau-Projekte.

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Häufige Fragen zum Thema

Die häufigsten Preisfragen rund um Fertighaus modernisieren – kompakt beantwortet von der Redaktion von 1fertighaus.ch (Stand 2026).

Wo liegen die kostenintensiven Schwachstellen von Häusern aus den 70er und 80er Jahren?
Bei Fertighäusern der Baujahre 1970–1990 treiben 2026 vor allem diese Punkte die Sanierungskosten: 1. schwache Dämmung (U-Wert Aussenwand oft 0,7–1,1 W/(m²·K), Dach 0,5–0,8). 2. zweifach verglaste Fenster mit Alu- oder Holzrahmen (U-Wert 2,5–3,0). 3. Wärmebrücken an Decken-/Wandanschlüssen mit Schimmelrisiko. 4. Öl- oder alte Gasheizungen aus den 80ern (Wirkungsgrad 70–80 %). 5. schadstoffbelastete Materialien (PCB in Fugendichtmassen, Asbest in Fassaden- oder Bodenplatten, Formaldehyd in Spanplatten, Pentachlorphenol/Lindan in Holzschutzmitteln). 6. schwacher Schallschutz. 7. veraltete Elektrik ohne FI-Schutz und mit zu wenigen Stromkreisen. Jeder dieser Punkte kann fünfstellige Zusatzkosten verursachen.
Was kostet die energetische Sanierung eines alten Hauses?
Eine energetische Vollsanierung eines 130–150 m² grossen Fertighauses auf ein gutes Minergie-Niveau kostet 2026 meist CHF 150'000 bis 400'000. Einzelpreise: Fassadendämmung mit Kompaktfassade CHF 35'000–90'000, Dachdämmung CHF 20'000–55'000, Fenstertausch CHF 20'000–55'000, Heizungsersatz mit Wärmepumpe CHF 35'000–75'000 (vor Förderung), Komfortlüftung CHF 12'000–30'000, Elektro-Erneuerung CHF 12'000–35'000. Beiträge aus dem Gebäudeprogramm und kantonale Förderung decken einen erheblichen Teil, der Rest lässt sich über die Hypothek und den Steuerabzug finanzieren. Preislich lohnt sich die Sanierung vor allem bei solider Substanz – ist diese schlecht, ist Rückbau und Neubau günstiger.
Welche Fördermittel senken 2026 den Sanierungspreis bei Bestandshäusern?
Die wichtigsten Programme, die 2026 den Sanierungspreis drücken: Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen fördert Massnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung von Fassade und Dach, Fensterersatz) sowie den Ersatz fossiler Heizungen mit festen Förderbeiträgen pro Quadratmeter oder Kilowatt. Viele Kantone und Gemeinden gewähren zusätzliche Beiträge, etwa für Wärmepumpen, Komfortlüftung oder Photovoltaik. Über die Einkommenssteuer sind energetische Sanierungen zudem in den meisten Kantonen vollständig und über zwei Jahre verteilt abzugsfähig. Ein GEAK Plus ist häufig Voraussetzung für die Auszahlung – erkundigen Sie sich vor Baubeginn bei der kantonalen Energiefachstelle.
Wie stark treiben Schadstoffe in Häusern der 70er/80er die Sanierungskosten?
Deutlich, sofern sie vorkommen. Häufig nachgewiesen werden 2026: Pentachlorphenol (PCP) in Holzschutzanstrichen (seit 1989 verboten), Lindan, Asbest in Fassadenplatten und Innenwand-Verkleidungen, Formaldehyd in Spanplatten und Schaumstoff-Dämmungen, PCB in Fugendichtmassen und Wandfarben sowie Mineralfaserdämmung mit lungengängigen Fasern (vor 1996). Vor jeder Sanierung empfiehlt sich eine Schadstoff-Voruntersuchung (800–CHF 4'300) durch einen zertifizierten Sachverständigen. Bei Fund muss die Sanierung nach TRGS 519, 521, 524 erfolgen – zugelassene Fachfirmen kosten 30–80 % mehr als Standard-Sanierer.
Lohnt die Sanierung preislich oder ist Abriss samt Neubau günstiger?
Als Faustregel gilt 2026: Erreichen die Sanierungskosten 70 Prozent der Neubaukosten, ist Abbruch und Neubau in den meisten Fällen wirtschaftlicher und energetisch besser. Beispiel: 130 m² Fertighaus, Baujahr 1976, in einer Berner Agglomeration. Energetische Sanierung auf GEAK-Klasse B: rund CHF 300'000 vor Förderung. Abbruch (CHF 45'000) plus Minergie-Neubau (CHF 850'000) = CHF 895'000. Wäre das Bestandshaus nach Sanierung CHF 750'000 wert und nach Neubau CHF 1'150'000, gewinnt der Neubau beim Wertzuwachs klar. Substanz-Check: Schimmel, Statikschäden, Schadstoffe und Grundriss-Tauglichkeit entscheiden – eine unabhängige Fachperson empfiehlt die richtige Strategie.
Was kostet ein GEAK Plus (Sanierungsberatung) und was spart er?
Der GEAK Plus ist die geförderte Sanierungsberatung: Eine zertifizierte GEAK-Fachperson analysiert das Gebäude und erstellt einen mehrstufigen Sanierungsbericht. Inhalte: Bestandsaufnahme mit Bewertung von Hülle und Haustechnik, Massnahmenpakete (Varianten) mit Kosten und Energieersparnis je Schritt, Zeitplanung und Förderhinweise. Preisvorteil 2026: Viele Kantone übernehmen über Das Gebäudeprogramm einen erheblichen Teil der Beratungskosten, und ein GEAK Plus ist häufig Voraussetzung für weitere Fördergelder. Empfehlung: Vor jeder grösseren Sanierung einen GEAK Plus erstellen lassen – Förderung und strukturierte Planung machen die Kosten meist rasch wett.
In welcher Reihenfolge saniert man ein Haus am kosteneffizientesten?
Kosteneffiziente Reihenfolge 2026: 1. Schadstoffsanierung und Statik-Sicherung (sonst später teurer). 2. Dach und oberste Geschossdecke dämmen (grösster Wärmeverlust, günstigste Massnahme). 3. Fenstertausch (zwingend vor der Fassadendämmung wegen der Anschlussdetails). 4. Fassadendämmung und Aussenwand-Sanierung. 5. Heizung erneuern (erst nach der Dämmung – sonst wird sie überdimensioniert und teurer). 6. Lüftung mit Wärmerückgewinnung (nach Luftdichtheits-Optimierung). 7. Elektrik, Sanitär, Innenausbau. Wer die Reihenfolge missachtet, zahlt für teure Doppelarbeit – ein GEAK Plus ordnet die Schritte fachlich.
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